der deutschlandzug

Ein Jahr unterwegs im Zug zwischen den Polen und Antipoden der Republik. Die Fotografien sind entstanden im wohl härtesten Herbst-Winter der Corona-Pandemie im Jahr 2021 bis zum Sommer der Leichtigkeit und Öffnungen 2022 und der dann kaum noch vorhandenen Einschränkungen. Dabei nahm Christopher Schröder ganz unterschiedliche Wege zwischen Nord und Süd, über Ost und West und durch die Mitte, er fuhr früh am Morgen, tagsüber, spät abends und nachts – immer dabei seine analoge Kamera und monochrome Filme. Entstanden sind Fotografien äußerster Nähe, teils sogar sehr intim. Die Portraitierten sind nicht immer erkennbar, wodurch Fotografierte und Fotograf einen respektvollen Abstand wahren. Gleichzeitig zeigt seine Arbeit die tiefe Melancholie, die das Reisen an sich innehat. Das Unterwegssein von einem Ort zum anderen ist häufig auch ein trauriger Vorgang: wir verabschieden uns, manchmal für eine lange Zeit, wir bewegen uns zu auf Ungewissheit, wir sind oft allein, Veränderung steht uns bevor. Wir befinden uns an Orten des Transits – an Bahnhöfen oder im Zug – und sind damit aus unseren gewohnten Umgebungen herausgenommen. An den Orten des Transits sollen und wollen wir nicht bleiben. Die in diesem Geschehen liegende Poesie, die der Fotograf immer wieder auf Reisen fühlt und festzuhalten versucht, wird auch in diesen Fotografien sichtbar.