the use of bodies

Abgesehen von einer winzigen, elitären Minderheit verkaufen sich im Grunde noch immer alle Menschen für Lohn. Wir tauschen dabei nicht nur Zeit gegen Geld. Wir tauschen unsere Körper ein, also Arbeitskraft, gegen Geld – häufig auch Gesundheit. Auch die sogenannte Kopfarbeit, die heute als eher edel und unschädlich gilt, ist letztlich keine andere Form der Arbeit, also auch der Gebrauch unserer Körper, der uns krank machen kann. Die Epoche der ausbeuterischen körperlichen Arbeit, die uns Menschen in wenigen Jahren zugrunde richtet, ist in vielen Regionen Geschichte. Arbeit ist weithin schonender und sozialer geworden. Wir dürfen aber nicht übersehen, dass in zahlreichen Ländern Ausbeutung, auch von Kindern, bis heute andauert. Wir sollten nicht vergessen, dass die allermeisten Menschen arm sind, ihre körperliche Arbeitskraft an den Markt bringen und verkaufen, solange es ihnen eben möglich ist, ihren Körper für Geld gebrauchen zu lassen. Diese Möglichkeit wird ihnen entweder über ihre eigene körperliche Gesundheit gegeben oder über die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Körper (oder ihres Geistes) auf einem globalen Markt. Wir Menschen in den reichen Ländern konsumieren auch die Körper jener armen Menschen, die keine Anstellung mehr finden können und auch finanziell in keiner Weise abgesichert sind, sobald ihre Körper versagen – leben sie doch meist von der Hand in den Mund und ohne soziale Systeme. Sie müssen weiter arbeiten, wir nutzen sie weiterhin ab. Bei all der sozialen Absicherung und möglichen Vorsorge in den reicheren Ländern, die Menschen irgendwo auf der Welt genießen und auch selbst treffen können, ist es trotzdem eine bisweilen bestehende Lebensrealität, dass wir uns für Arbeit und Lohn, dass bisschen Sicherheit, körperlich oder auch geistig für die Arbeit, für ein Unternehmen hergeben – den Gebrauch unserer Körper zulassen und im Tausch mit unserer geistigen und körperlichen Gesundheit am Markt verkaufen. Überall.